25. August 2009

Gelber Müll – wohin gehst du? – Müllentsorgung im VB-Kreis – Kontrollorgie?

Aufgrund meiner gestrigen E-mail-Anfrage an den Geschäftsführer des ZAV, die von diesem auch sofort beantwortet wurde, kann in Bezug auf die Behandlung des Wertstoffmülls (jetzt von mir Gelber Müll genannt) folgendes festgestellt werden:

Der gelbe Müll ist in der Satzung des ZAV nicht enthalten, da er dem DSD (Duales System Deutschland) gehört, also auch diesem zugeführt werden muss.

Das DSD möchte aber nur Verpackungsmüll annehmen. Alles andere an Plastik- und Metall ist ihnen gleich, bzw. macht die Entsorgung für den Anlieferer teurer. Dies ist hier wiederum die ZAV, die mit DSD vertraglich verbändelt ist. Pro Haushaltsperson werden im Jahr 20.-€ an Kosten für die Ablieferung an DSD eingerechnet, das ist im Müllentsorgungspreis enthalten. Wenn DSD oder ein sonstiger Abholer pleite geht, muss die ZAV kurzfristig eine Lösung finden.

Also:

Wir Bürger zahlen die Beträge beim Erstellen der Verpackung über den Kaufpreis an die DSD.

Wir bezahlen an die ZAV für deren Entsorgung, diese wiederum an DSD. DSD will aber nur ihren lizensierten Müll, also erhöht sie die Abnahmepreise für die nicht lupenreine Mischung des gelben Mülls, was wir ZAV-Zwangszugeordnete jedoch dann immer mitbezahlen müssen.

Das DSD verwertet die „guten“ Teile und macht Geld damit, das sieht nur die DSD, sonst niemand. Würde alles in den Restmüll gehen, hätte die DSD das Nachsehen, aber das verhütet die überwachungspolizeiliche Müllentsorgungsordnung, die ein Sortiervergehen auch sanktionieren könnte. So steht es in der kürzlich veröffentlichen Müllsatzung, die kaum jemand ernsthaft gelesen haben dürfte. Wäre der Restmüll jedoch mit mehr brennbarem gelbem Müll behaftet, wären die Verbrennungskosten niedriger, davon könnten die ZAV aber profitieren, indirekt auch wir Bürger.

Nun, man sieht, der Bürger zieht immer den Kürzeren. Ich kann übrigens nur empfehlen, die neuen Satzungstexte gut durchzulesen. Da stehen polizeistaatliche Passagen drin, dass es nur so klingt. Richtige, hoheitlich begründete, Kontrollen von Mülltrennung, Mülllagerung auf dem Grundstück, Mülltonnennutzungspflicht, Ablieferungspflichten, Herausstellpflichten, und wer weiss was noch alles, sind vorgesehen und im Falle des Nicht-Befolgens wird mit Ordnungsstrafen bis zu 50 TSDE gedroht. Jetzt fehlt nur noch der Blockwart, der alles sieht und meldet!

All dies haben uns die Delegierten der Gemeinden eingebrockt, von ihnen mehrheitlich abgesegnet in der ZAV-Delegiertenversammlung. Wenn das nicht ein Politikum ist das zum Müllplatz hoch stinkt?

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17. August 2009

Medien in der Zukunft – Meinungen

Unter den folgenden Internetlinks finden sie interessante Stellungnahmen von wirklichen Experten, die zeigen, wo es in der Medienwelt hin geht. Wenn die Senioren nicht wirklich flott internetfähig werden, bleiben sie als Medien-Analphabeten aussen vor, ein Zustand, der mir unerträglich erscheint.

Ein Medienfachmann:

http://netzwertig.com/2009/08/03/medienwandel-die-kommende-fragmentierung-der-medienbranche/

Ein Blogger, der weiss wovon er redet:

http://www.massenpublikum.de/blog/?p=1186

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16. August 2009

Müllrebellen im Vogelsberg – Widerstand formiert sich

Die merkwürdige Müllabfuhrneuordnung des ZAV schlägt jetzt höhere Wellen. Vor einigen Blogs (am 30.6.09) hatte ich auf die unmögliche Situation des Vorhabens aufmerksam gemacht. Erst zögerlich, aber dann dennoch sich immer weiter komplettierend, bekam der Bürger seine notwendigen Informationen seitens ZAV, zum Teil gefiltert, zum Teil tendenziös verzerrt. Dennoch wurde endlich klar, wie die Leitung des ZAV in den letzten Jahren komplett versagt hatte. Geballte Inkompetenz in der Geschäftsführung und Vorstandsebene haben zu dem finanziellen und jetzt auch organisatorischen Desaster geführt. Aus “politischen” Gründen die notwendigen Massnahmen hintenan zu stellen, d.h. die Gebühren anzupassen, oder besser noch, das Gesamtproblem preiswerter zu gestalten, wie es die Gemeinden rund um Asslar bei Wetzlar zum Beispiel machten, ist einfach unverantwortlich gegenüber dem zahlenden Bürger.

Wir bezahlen die Verpackungen an das Duale System Deutschland, eine Erfindung von dem Ex-Umweltminister Töpfer. Dieses Verpackungszahlsystem ist schon lange überkommen, eigentlich pleite, weil die grossen Handelsketten die Entsorgung wirtschaftlicher machen, als das bürokratisch aufgeblasene DSD. Soweit zur grossen Politik.

Wir zahlen für jeden Liter Müll, den wir loswerden müssen über die Gemeinden an die ZAV. Die Gemeinden mit ihren Organen sind die politisch Verantwortlichen für das Larifari im Müllsektor. Ohne dumpfe Zustimmung der Delegierten und deren Hintergehung mit Informationen durch den Vorstand, wären solche Beschlüsse, wie sie jetzt anstehen, nie gefasst worden. Einmal scharf Nachdenken hätte gereicht, das System anders zu gestalten, wenn nur der Wille da gewesen wäre.

Jetzt zahlen wir auch noch für die Unfähigkeit des Vorstandes, der Geschäftsführung und der Kommunalpolitik: Zinsen der Darlehen, deren Rückzahlung und die überteuert abgeschlossenen bequemen, weil langfristigen, Abnahme- und Verbrennungverträge.

Die vernünftieste Massnahme jetzt wäre, die kompletten Ansammlungen von Entscheidungsträgern abzulösen, ohne Abfindung, sondern mit der Androhung von mindestens anteiligem Schadensersatz für Mißmanagement. So viel Unfähigkeit muss bestraft werden dürfen. Wenn man dann sucht, wird man auch fähige Leute finden, die das Problem nicht nur auf die Schultern der Bürger abwälzen.

Geht das nicht, und das befürchte ich, dann stellen wir den Müll doch einfach den Verantwortlichen vor die Häuser und Büros. In Neapel hat man mit solchen Zuständen monatelang gelebt, dann wurde erst gehandelt. Die Ursachen waren dort allerding andere als die hiesigen.

Wie man am Text ersieht, bin ich ein wenig zornig. Zornig, weil man erst alles vertuschen wollte, und zornig, weil Abhilfe jetzt sehr schwierig wird.

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13. August 2009

Bibliotheken im Kreis – Neuordnung nötig

Bekannterweise ist die Stadtbibliothek finanziell in Schwierigkeiten. Es wird nach Einschnitten gerufen, Sparmassnahmen, Rationalisierungen. Die Existenzberechtigung der kulturell wichtigen Einrichtung ,die auch überregional im Kreis präsent ist, zweifelt hoffentlich niemand an.

Auf meiner Finnlandtour in diesem Jahr habe ich eine irre gut organisierte Stadtbibliothek besucht, die mich sehr beeindruckt hat. Sie versorgt ein Gebiet von ca 40 000 Bürgern, wovon die Hälfte Schüler und Studenten der örtlichen Fachhochschulen sind. Man kann nicht alles kopieren, was andere machen, aber Ideen kann man sich abschauen:

Ausleihe: jedes Buch ist mit einem Chip versehen, RFID genanntes System, das über einen Scanner im Selbstbedienungsmodus gelegt wird, damit ist mit der vorher eigelegten Lesechipkarte die Ausleihe und Rückgabe im personalsparenden Modus möglich. Die Präsenzdatenbank wird davon jeweil aktualisiert, hoch effektiv und wirklich einfach zu bedienen. Kinder machen das schon selbst.

Lesesaal: 10 PC Plätze mit Internetanbindung, die man gratis stundenweise mieten kann, auch mit Voranmeldung. Für Lapatopbesitzer geht man sich eine Zweistundenpasswortlizenz holen oder eine 48-Std-Lizenz, die man in zwei Monaten abegeschafft haben muss. Mit Wireless kommt man weiter, wann man es auch immer will, alles gratis. Die Jahreschipkarte kostet 15.- Euro. Ruhige Ecken zum Lesen und Arbeiten in vielen Varianten, für Kinder eigene Pc- und Leseplätze im akustisch etwas entfernteren Bereich. Alles wir sehr intensiv genutzt.Öffnungszeiten Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa 9-14 Uhr , nur der Zeitungslesesaal. Niemand braucht ohne Tageszeitung sein, die gibt es ausreichend für jedermann zu lesen. Im Untergeschoss Ruhe-Arbeitsraum für Forscher und Studenten, die ihre Sachen liegen lassen müssen. Die nutzen die Langzeitlizenzen für die Internetrecherchen über den Wireless-Zugang.

Bibliotheks-Bus: Er fährt die Dörfer an, bringt die Bücher mit, die bestellt wurden, bietet allen Service, soweit papiertechnisch möglich.Die Dörfer haben von der Gemeinde her alle preiswerte Internetverbindungen bekommen, Kosten um die 30.- Euro im Monat flatrate.

Personal: Zwei Personen im Tresenbereich zur Beratung, eine für die Archivierung, Hilfskräfte sonst.

Räumlichkeiten: Modern, hell, gemütlich, Holz, Farbe, Polster, übersichtlich, funktionell.

Vorschlag für LAT und VB-Kreis:

Zusammenlegung von allen Bibliotheken in den jeweiligen Altkreisgebieten, also zwei grosse Bibliotheken, eine Alsfeld, eine Lauterbach, mit gemeinsamen Datenbanken und Ausleihesystemen. Gegenseitige Aushilfe in Technik und Personal. Anbindung an die Unversitätsbibliotheken Marburg-Giessen, damit alles erreichbar und Fernleihe kein Problem. Schulen behalten nur die aller notwendigsten Präsenz-Nachschlagewerke, alles andere wird in die Zentrale integriert. Ein Bus fährt die Dörfer an, man macht Schulungen vor Ort, um die Dörfer per Internet an die Bibliothek anzubinden. Das erfordert flächendeckende Breitbandanschlüsse. Die Ausleihe modernisieren nach den neuesten Möglichkeiten, die Räumlichkeiten optimieren in Gebäuden wie dem ehem.Ruhl-Bau oder sonstigen Immobilienbrachen, die aber gross genug sind, Wachstum zu verkraften.

Hiermit würde die Finanzierung auf den Schultern der Städte und Gemeinden sowie des Kreises liegen, sicher einfacher, als alles jetzt sehr unvollkommen und mehrfach unterhalten wird.

Tragt die Ideen mal weiter, könnte fruchtbar sein.

Grüsse aus dem sonnigen Finnland im August.

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