16. August 2009

Müllrebellen im Vogelsberg – Widerstand formiert sich

Die merkwürdige Müllabfuhrneuordnung des ZAV schlägt jetzt höhere Wellen. Vor einigen Blogs (am 30.6.09) hatte ich auf die unmögliche Situation des Vorhabens aufmerksam gemacht. Erst zögerlich, aber dann dennoch sich immer weiter komplettierend, bekam der Bürger seine notwendigen Informationen seitens ZAV, zum Teil gefiltert, zum Teil tendenziös verzerrt. Dennoch wurde endlich klar, wie die Leitung des ZAV in den letzten Jahren komplett versagt hatte. Geballte Inkompetenz in der Geschäftsführung und Vorstandsebene haben zu dem finanziellen und jetzt auch organisatorischen Desaster geführt. Aus “politischen” Gründen die notwendigen Massnahmen hintenan zu stellen, d.h. die Gebühren anzupassen, oder besser noch, das Gesamtproblem preiswerter zu gestalten, wie es die Gemeinden rund um Asslar bei Wetzlar zum Beispiel machten, ist einfach unverantwortlich gegenüber dem zahlenden Bürger.

Wir bezahlen die Verpackungen an das Duale System Deutschland, eine Erfindung von dem Ex-Umweltminister Töpfer. Dieses Verpackungszahlsystem ist schon lange überkommen, eigentlich pleite, weil die grossen Handelsketten die Entsorgung wirtschaftlicher machen, als das bürokratisch aufgeblasene DSD. Soweit zur grossen Politik.

Wir zahlen für jeden Liter Müll, den wir loswerden müssen über die Gemeinden an die ZAV. Die Gemeinden mit ihren Organen sind die politisch Verantwortlichen für das Larifari im Müllsektor. Ohne dumpfe Zustimmung der Delegierten und deren Hintergehung mit Informationen durch den Vorstand, wären solche Beschlüsse, wie sie jetzt anstehen, nie gefasst worden. Einmal scharf Nachdenken hätte gereicht, das System anders zu gestalten, wenn nur der Wille da gewesen wäre.

Jetzt zahlen wir auch noch für die Unfähigkeit des Vorstandes, der Geschäftsführung und der Kommunalpolitik: Zinsen der Darlehen, deren Rückzahlung und die überteuert abgeschlossenen bequemen, weil langfristigen, Abnahme- und Verbrennungverträge.

Die vernünftieste Massnahme jetzt wäre, die kompletten Ansammlungen von Entscheidungsträgern abzulösen, ohne Abfindung, sondern mit der Androhung von mindestens anteiligem Schadensersatz für Mißmanagement. So viel Unfähigkeit muss bestraft werden dürfen. Wenn man dann sucht, wird man auch fähige Leute finden, die das Problem nicht nur auf die Schultern der Bürger abwälzen.

Geht das nicht, und das befürchte ich, dann stellen wir den Müll doch einfach den Verantwortlichen vor die Häuser und Büros. In Neapel hat man mit solchen Zuständen monatelang gelebt, dann wurde erst gehandelt. Die Ursachen waren dort allerding andere als die hiesigen.

Wie man am Text ersieht, bin ich ein wenig zornig. Zornig, weil man erst alles vertuschen wollte, und zornig, weil Abhilfe jetzt sehr schwierig wird.

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