Der Geschäftsführer des ZAV Vogelsberg erläuterte heute auf Bitten der Stadtverordnetenversammlung die künftige, ab 1.1.2010 gültigen Müllentsorgungstarife.
Einzelhaushalte kommen günstiger dabei weg, alle anderen legen drauf. Die Defizite der Vergangenheit, die von der Verbandsversammlung früher als nicht abzubauen beschlossen wurden, werden in den nächsten drei Jahren zu massiven Kostenerhöhungen in den Mülltarifen führen, obwohl die Entsorgungskosten für den ZAV sinken. Die Deponieentsorgungsaltlasten tragen dazu ebenfalls bei, dass das Preisniveau hoch bleibt.
Die Papierentsorgung führt zu kleinen Kompensationen, man bekommt für wenigstens eine halbgefüllte Tonne zu entleeren, am Ende des Jahres einige wenige Euro gut geschrieben. Die Gelbe Tonne bleibt beim Dualen System Deutschland wie gehabt, wird nicht von der ZAV verantwortet.
Der Biomüll wird dem Restmüll zugefüllt, da die Verwertbarkeit dessen dann preiswerter sei.
Die Grundstückskosten fallen wirklich nur einmal pro Grundstück an, müssen dann, je nach Bewohnersystem (Mieter oder Eigentümer) auf die Haushalte umgelegt werden. Jeder Eigentümerhaushalt bekommt in Zukunft direkt von der ZAV die Gebührenrechnung, nicht mehr von der Kommune. Kinderreiche Familien können auf Antrag mit Nachweis ihrer Kinderzahl nur das erste Kind angerechnet bekommen, die weiteren Kinder sind von der Personenpauschale befreit.
Unklar bleibt weiterhin, wie verfahren wird, wenn die Tonnen mit den Chips elektronisch manipuliert werden oder gar gestohlen wurden. Die Nachbarschaftsbeziehungen können auch auf die Probe gestellt werden, wenn nicht jeder Wohnungseigner seine eigenen Tonnen beschickt. Umweltfeindliche Mülltonnenfüllsparer könnten auch hergehen, und die Landschaft, Parkplätze etc. vermüllen, um Leeerungen einzusparen. Man wird sehen, wohin das neue System den Menschen verleitet.
Für Gewerbetreibende wird ein Gewerbemüll-Personenäquivalent errechnet, wie das aussieht ist noch offen.
Insgesamt läßt sich feststellen, dass zwar jetzt mehr Klarheit herrscht, aber erfreulich ist das ganze Informationsgeschehen nicht gewesen. Das wurde vom Seniorenbeiratsvorsitzenden Dr. Liller auch klar so dargestellt.