Ganz aktuell: “Stolperstelle Religion” . Der ehemalige Dekan und ev. Pfarrer Hans-JürgenFischer schreibt verständlich auf rund hundert Seiten über die textlichen Komponenten des ev. Glaubensbekenntnisses. Er erklärt die Herkunft der zum Teil nicht mehr zeitgemäßen Textformulierungen und schlägt alternative Textung vor. Ein Experiment, dessen Ausgang spannend sein wird zu beobachten.
Siegfried Lenz:”Schweigeminute”: eine Novelle von hoher Intensität und Dramatik. 130 Seiten, die man in einem Zug liest.
Oliver Sacks: “Der einarmige Pianist”. Der grosse Neurophysiologe berichtet allgemein verständlich über die vielfältigen Phänomene des Menschen, wie sein Gehirn mit Musik und ihren verbundenen Aktivitäten umgeht, wenn es dann Störungen in der Funktion gibt. An zahlreichen bewegenden Beispielen erläutert er die aberwitzigsten nervenärztlichen Diagnosen. Man ist beeindruckt von der Vielfalt des menschlichen Denkens, aber auch vond er Möglichkeit der Fehlfunktionen.
Deborah Wearing:”Gefangen im Augenblick”. Geschichte einer Amnesie und einer unbesiegbaren Liebe”. Wichtiges und gut lesbares Buch, in dem auf 350 Seiten das Schicksal eines grossen Dirigenten dargelegt wird, nachdem er sein Gedächtnis scheinbar unwiderruflich durch eine Erkrankung zu verloren haben scheint. Die Musik ist das Atemloch, das ihn besser leben läßt. Das Buch legt man aus der Hand und ist froh, nicht von so etwas betroffen zu sein, auch wenn man wissen muss, dass diese Erkrankung jeden treffen kann.

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