30. April 2010

Alles aus einer Hand

Sicher und selbständig im Alter zu Hause wohnen

Lauterbach (   ). Das Bürgernetzwerk Vogelsberg 2020 / Arbeitskreis Neue Wohnformen regt die Gründung eines Dienstleistungsprojektes „Alles aus einer Hand“ an.

In der letzten Sitzung des Arbeitskreises mit örtlichen Vertretern von sozialen Diensten stellten Heidrun Schlumbohm und Michael Duschka anhand des Projekts SIMBA des Sozialdienstes Germering vor, wie durch ein koordiniertes Angebot von Dienstleistungen auf den Einzelfall zugeschnitten Unterstützung für alleinstehende ältere Mitbürger organisiert werden kann.

Allein lebende Menschen laufen Gefahr, sich zu überfordern oder zu vernachlässigen, wenn die Kräfte nachlassen. Davor schützt eine zuverlässige Betreuung mit regelmäßigen Hausbesuchen.“  (zitiert aus SIMBA-Projekt)

Voraussetzung um trotz vorhandener Schwächen oder einer Krankheit eine eigenständige Lebensführung zu ermöglichen ist ein sicheres Wohnen zu Hause. Dies ist möglich, sofern die Wohnung dafür geeignet ist oder entsprechend angepasst wurde (Wohnraumberatung durch DRK oder VdK mit dem Ziel der Wohnraumanpassung).

Jetzt setzt das Projekt  „Alles aus einer Hand“ ein. Es sieht vor, dass erforderliche Service- und Betreuungsleistungen nicht bei einzelnen Diensten angefordert werden müssen, sondern die Koordination von Hilfeleistungen in einer Hand liegt. Die Betreuten haben einen festen Ansprechpartner.

Dazu wird ein Betreuungsvertrag abgeschlossen, der regelmäßige Hausbesuche durch geschulte Betreuer vorsieht (aufsuchende Hilfeleistungsangebote).

Diese Hausbesuche schaffen die Möglichkeit, die richtigen Maßnahmen zu organisieren. Denn die Entscheidung, Hilfe von sich aus anzufordern, ist für die meisten sehr schwierig.

Die Leistungsangebote des Betreuungsvertrages bestehen aus Grundleistungen  und  Wahlleistungen.

Grundleistungen sind: Beratung, Informationen über aktuelle Angebote, Vermittlung von Hilfsdiensten, regelmäßige Kontaktbesuche,  Anschluss an ein 24 Stunden Notrufsystem, Organisation von Freizeitangeboten, Hilfe bei Behördenangelegenheiten, monatliche Treffen für eine monatliche pauschale Grundgebühr.

Wahlleistungen sind: hauswirtschaftliche Hilfen, Einkaufsdienste, Fahrdienste, Hausmeisterdienste, Essen auf Rädern, Besuchs- und Begleitdienste, ambulante Pflege.

Dabei wird auf die bereits bestehenden Einrichtungen wie z.B. Seniorenhilfe Maar, DRK, Diakonie pp. zurückgegriffen. Es erfolgt ein gesonderte Abrechnung in der Regel über die Pflegekasse.

Ein Optionsvertrag mit eingeschränkten Grundleistungen kann für diejenigen, die erst später einen Betreuungsvertrag wünschen aber die jederzeitige Aufnahme garantiert wissen wollen, in Frage kommen. Umgekehrt ist dies auch jederzeit möglich: d.h. vom Betreuungsvertrag zurück zum Optionsvertrag wechseln, wenn z.B. nach einer Erkrankung ein selbständiges Leben wieder möglich ist.

Unser Ziel ist es, unter Einbeziehung aller örtlichen sozialen Dienste und ehrenamtlichen Einrichtungen im Vogelsbergkreis ein Projekt ins Leben zu rufen, bei dem insbesondere ältere und hilfsbedürftige Menschen durch Abschluss eines Betreuungsvertrages mit einem Ansprechpartner in der eigenen Wohnung trotz Hilfsbedürftigkeit eigenständig leben können. Die Leistungen können flexibel den sich ändernden Bedürfnissen angepasst werden. Diese Sicherheit dient nicht nur den Betroffenen, sondern auch den Angehörigen.

Das Projekt „Alles aus einer Hand“ kann als Geschäftsidee die Gründung eines selbständigen Dienstleistungsunternehmens erfordern, es kann aber auch an einen vorhandenen Sozialdienst oder sonstiger Einrichtung oder Amt angegliedert werden. Eine finanzielle Förderung durch die Landesregierung ist denkbar.

Die Teilnehmer des Arbeitskreises waren sich einig, dass diese Idee einem größeren Personenkreis vorgestellt werden sollte. Insbesondere erscheint es sinnvoll, alle in Frage kommenden sozialen, kirchlichen, kommunalen und freiwilligen Dienste an einen Tisch zu holen, um über die Einrichtung solch einer Koordinationsstelle zu sprechen.

Michael Duschka

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20. April 2010

Impfen im Alter?

Die Gartenarbeitszeit beginnt wieder. Leicht ist man durch seiner Hände Tätigkeit verletzt. Wer dann seinen Tetanus (=Wundstarrkrampf)-Schutz nicht hat, ist in Lebensgefahr! Die Erkrankung führt auch heute noch, trotz aller modernen Intensivmedizinmethoden, fast immer zum qualvollen Tode!

Nun ist es so, dass nur wenige Menschen einen Impfausweis haben, schon gar nicht mehr, wenn man ins hohe Alter kommt. Wer denkt denn schon an Impfauffrischungen? Da auch die Gedanken eher gesundheitlich beim Herzen oder “Zucker” sind, denkt man an die alltäglichen Wehwehchen eher zuletzt.

Nun, es gilt zu sehen, ob man innerhalb der letzten zehn Jahre eine Tetanusimpfung hatte, wenn nicht, ist die Auffrischung eilig. Dabei kann man ebenfalls noch überlegen, ob man nicht gegen andere Erkrankungen auch eine Auffrischung nötig hat: Diphterie,  Kinderlähmung (Polio) und  Lungenentzündung (Pneumnokokken) sind für alte Menschen angebracht. Gerade die Lungenentzündung durch die Pneumokokken ist gefährlich.

Fragen sie ihren Arzt, der wird ihnen die Ratschläge und Impfungen geben, die Krankenkasse zahlt die meisten davon. Auch wenn ein Eigenanteil bliebe, ist es doch eine der sinnvollsten Vorsorgemaßnahmen, die man kennt.

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20. April 2010

Wohnen zu Hause bis ins hohe Alter?

Der Lauterbacher Seniorenbeirat hilft dabei!

Zwei Mitglieder des Seniorenbeirates Lauterbach haben sich freiwillig in Kursen weitergebildet, um alte Menschen in ihrer häuslichen Umgebung zu beraten, wie sie dort möglichst lange alleine gut wohnen können.
Der Seniorenbeirat möchte daher dafür werben, dass diese kostenlose und ehrenamtliche Dienstleistung auch von den Betroffenen in Anspruch genommen wird. Das geht ganz einfach: sie rufen in der Stadtverwaltung bei Herrn Hans-Helmut Möller, Tel 184 102 an, und melden ihren Beratungswunsch an. Herr Möller wird dann den Kontakt zu den weitergebildeten Beiratsmitgliedern herstellen, die sich dann bei ihnen melden werden.
Man hat an den Personenkreis der alleine stehenden Bürgerinnen und Bürger ab dem 75. Lebensjahr gedacht. Das heißt aber nicht, dass sich nicht auch andere Interessenten melden dürften.
Bekanntlicherweise macht man sich nur wenig Gedanken darüber, wie man auf Dauer in den alten und schwieriger zu meisternden Tagen alleine zu Recht kommt. Es ist meist auch mühsam, an die richtigen Informationen ran zu kommen. Genau da setzt die Beratungsleistung der Seniorenbeiratsmitglieder an.
Sie können allfällige Fragen zu Hilfeorganisationen, Dienstleistern und Handwerkern, die eine z.B. Wohnraumumgestaltung kompetent machen können, beantworten. Detailberatung über das Thema von Bäderumbau oder sonstigen Baumaßnahmen können sie nicht leisten, aber da würden sie den Weg zu den Wohnraumberatern des DRK aufzeigen, die es in Lauterbach ja auch gibt. Die Anlaufstellen für Unterstützung bei Versicherungs- oder Sozialleistungen sind den Beratern ebenfalls bekannt. Tipps zur Nachbarschaftshilfe, Wege zur Sanierung von Stolperfallen und Varianten der Essensbringdienste können auch aufgezeigt werden. Die Themen Betreuungsvollmacht und Vorsorgevollmacht können ebenfalls angesprochen werden. Kurzum, man kann im Gespräch mit dem Seniorenbeiratsberater alles ansprechen, was einem auf dem Herzen liegt, weil man sich Gedanken über das Altwerden in den eigenen Wänden macht.
Wenden sie sich vertrauensvoll an die oben genannte Kontaktstelle bei der Stadt, bald wird sich dann einer der beiden Beratungshelfer bei ihnen melden.

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