26. März 2011

Hephata baut Alteneinrichtung bis Ende 2012. Spatenstichfeier in Lauterbach

Etwa 60 geladene Gäste, darunter die obligaten Politikvertreter aber auch potentielle Interessenten, wohnten dem feierlichen “Ersten Spatenstich” der Hephata-Alteneinrichtung in Lauterbach bei.

Zuhörer sitzen aufmerksam lauschend in der "Baugrube"

Bei herrlichem Sonnenschein konnte die Theologin und Direktorin der Geschäftsleitung, Frau Barbara Eschen, dem sogen. Spatenstich die spirituelle Dimension mit ihren wohl gewählten Worten verleihen. Direktor Klaus D. Horchem war dann für die eher weltlich-praktischen Informationen zuständig. Der Architektenbürovertreter, ein gebürtiger Anglosachse mit nettem Deutsch-Akzent, erzähle einige launige Dinge aus de Planungsphase.

Gespannt hörten die Gäste der "Spatenstich-Veranstaltung" den vortragenden Rednern zu

Unser Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller stellte in wohlgesetzten Worten den Werdegang in Umrissen dar, da es nicht ganz einfach war, das Projekt auf die Füße zu stellen. Die Verwaltung half wo es ging, aber dennoch dauerte es von den ersten Gesprächen bis zum Spatenstich vier Jahre! – Ende 2012 soll das neue Haus für die Senioren beziehbar sein.

Es werden sich 60 Pflegeplätze, in Wohngruppen angeordnet, finden, dazu auf dem Areal ein Sanierungsbau mit 8 barrierefreien modernen Wohnungen im System des sogen. “betreuten Wohnens”. Das heißt, dass die Mieter dann je nach Bedarf Dienstleistungen des Pflegehauses in Anspruch nehmen können, und sich eine Sozialarbeiterin um die Belange dieses Personenkreises kümmern wird. Da ist nicht selbstverständlich in solchen Einrichtungen. Wichtig wird auch die gesellschaftliche Öffnung der Einrichtung nach außen hin sein. Man will die Bürger mit einbinden in das tägliche Leben der Einrichtung. Da deuten sich Partnerschaften mit Schule, Quartiersbewohnern und Angehörigen an.

Spatenstich- Spatenwurf: Die Prominenz "arbeitet hart"

Im Anschluss an die Spatenstiche versammelten sich die Festgäste im benachbarten “Johannesberg-Saal” zum kleinen Imbiss, wobei die Pläne der Neubauten ausgehängt waren und auf regen Zuspruch bei den Gästen stießen. Auch kamen die Akteure und Gäste miteinander in Gespräch.

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22. März 2011

Wie können Senioren wohnen? Heute: Quartierswohnen

Im letzten Blogbeitrag sprach ich die Wohnform der WG an. Jetzt möchte ich eine Alternative vorstellen, die weniger bekannt ist, aber auch in ländlicher Struktur durchaus einen Mehrwert für das Seniorenwohnen hat: Das Quartierswohnen.

Ein Wohnquartier ist ein überschaubarer Bereich von Häusern, die relativ nahe beieinander liegen müssen, also maximal von einem Ende zum anderen ca. 500 Meter Entfernung voneinander haben. Alle Wohnungen in diesen Häusern sollten nach und nach seniorengerecht gestaltet werden. Das fängt bei den teuren baulichen Veränderungen an, um zu ebener Erde in die Wohnungen hinein und hinaus zu kommen, und führt dann über die Wohnungsinnenrenovierung im Sinne der Barrierefreiheit zu den Aufbaumaßnahmen der Nachbarschaftsbeziehungen.

Hierfür braucht man eine Person, die sich um die Kontakte der Wohnungsbewohner speziell kümmert, den “Kümmerer”, den Moderator, oder wie man die Person auch immer bezeichnen möchte.

Die Aufgabe dieser “Kümmerer” ist, Gemeinsamkeiten und gegenseitiges Kennenlernen zu zeigen bzw. zu vermitteln. Das kann man mit organisierten kleinen Treffen zwischen 2-6 Bewohnern machen, oder mit der Einrichtung eines regelmäßig besuchbaren Treffpunktes, an dem die Anliegen aller vorgestellt werden und auch vermittelt werden können. Dazu Kaffee und Kuchen, Saft und Bier, Wein und was auch immer, Spiele, Liedermittage, Seniorengymnastik u.v.a.m. . Der Kümmerer muss auf jeden Fall “Klinken putzen” gehen, denn von alleine kommen die älteren Bewohner eines Quartieres anfangs nicht zu den Treffen.

Bei solchen Treffen zeigen sich denn auch die verschiedenen Talente der Bewohner im Quartier. Man sollte als aktiver und fitter Senior/in noch bereit sein, wie bei einer offenen Nachbarschaftshilfe, auch in diesem geschlossenen System anderen seine Hilfe und Stütze anzubieten. Ein gemeinsamer Rundruf per Telefonkette, ein Hausnotruf, der sich an eine Zentrale anlehnt, und die regelmäßigen Treffen helfen Sicherheit zu generieren oder zumindestens der Vereinsamung der Seniorensingles entgegen zu wirken. Diese Koordinationstreffen kann man natürlich auch in den Gemeinschaftsräumen einer Senioreneinrichtung stattfinden lassen.

Die nächste Ausbaustufe wäre die Anbindung an eine stationäre Einrichtung, die vielerlei Dienstleistungen für ihre eher wenig aktiven Bewohner anbieten muss und diese auch den sogen. Externen anbieten könnte. Dies da wären: Tagspflege, Wäschedienst, Friseurdienst, Essensdienste, Besuchsdienste, Hauswirtschaftsdienste, ambulante Pflegedienste, Veranstaltungen unterhaltsamer und kulturell anspruchsvoller Art.

Durch die engen Kontakte mit dem Altenzentrum würden auch Vorbehalte bei der externen Bewohnerschaft abgebaut werden, die ja das Problem der Pflege im hohen Alter bewußt oder unbewußt verdrängt und die Entscheidungen in dieser Richtung vor sich herschiebt. Die Angehörigen der dann wirklich stationär Pflegebedürftigen hätten es dann leichter, Überzeugungsarbeit für die stationäre Einrichtungsunterbringung zu leisten. Die Einrichtung hätte einen höheren Anteil an Nutzerbewohner zu erwarten, als dies sonst der Fall wäre. Also das wäre gut für alle Beteiligten.

Mal sehen, ob die Akteure des neu eingerichteten Pflegestützpunktes Vogelsbergkreis sich diese Variante ansehen und auf Umsetzbarkeit prüfen werden.

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09. März 2011

Wie können Senioren wohnen? Heute: Die WG

Am besten wäre es, in einem Haus mit Rundumversorgung, Verwandtschaftsanwesenheit und absoluter Unabhängigkeit zu wohnen, wenn dann mal die alten schwächeren Zeiten anbrechen. Oder?

Aber seien wir ehrlich, gute Alternativen gibt es auch sonst noch. In den USA gibt es richtige Seniorendörfer, oder – wie man dort zu sagen pflegt: Seniorenresorts – aber nicht für wirklich Jedermann. Dieser Hinweis ergab sich aus einer Twitteranmerkung, die ich mal hier verlinke: http://www.dewia.de/wordpress/2011/03/

seniorendorfer-die-losung-fur-den-demographischen-wandel/.
Aber sicher gibt es auch noch andere Varianten, seine alten Tage sicher zu verbringen. Nur – , man muss sich rechtzeitig danach umtun und erkundigen oder sich in Haus und Hof organisieren. Da gilt es Vieles zu bedenken. Meint man, dass es bis zum Lebensende innerhalb der eigenen vier Wände geht, müssen aber auch alle Faktoren bedacht werden, die dies ermöglichen können: Wohnungslage und Möglichkeit des barrierearmen Hinausgehens auf die Strasse, Barrierefreiheit des Sanitärbereiches, Versorgung durch Nachbarn, Angehörige und Mitbewohner und vieles andere mehr. Und letztlich muss man wissen, dass alle Hilfeleistungen irgendwie richtig Geld kosten werden. Mit Trinkgeldern kann man allenfalls die Kosten für die sogen. kleinen Hilfen abdecken. Will man aber regelmäßig entlastet werden, sei es im Haushalt oder bei den Transporten, geht das nur mit viel Finanzeinsatz. Wohl dem der eine gute Rente hat oder sein Gespartes dann auch einsetzen will.

Kehrt die Pflegebedürftigkeit dennoch vor der Zeit ins Haus ein, dann sollte man für sich ein Konzept im Kopf haben -, oder es schriftlich niederlegen, wie man das bewältigen würde. Feste Verträge mit Pflegedienstleistern sind dann sinnvoll, aber erst, wenn die Pflege wirklich ansteht. Dann läßt man sich einen Kostenvoranschlag für die verlangten Leistungen machen und vergleicht die Summen, aber auch die agierenden Menschen vor Ort. Nicht alles, was erst preiswert erscheint, ist auch gut genug für einen selbst.

Ein schöner Ausweg ist der Einzug in eine Senioren Wohngemeinschaft (WG). Die Alt-Sechziger kennen das noch aus den Studentenzeiten. Das verlangt erst mal eine Menge Basisorganisation und das Schaffen eines akzeptierten Regelwerkes für das Zusammenleben unter einem Dach. Da alle Bewohner schon eine lange Lebensbiografie haben, ist das nicht unbedingt einfach.

Grundprinzip der WG ist, dass jeder Einzelne auch einen persönlichen Rückzugsraum für sich hat. Der muss nicht gross sein, aber er muss den Bewohner für seine Rückzugsstunden zufrieden stellen. Die allgemeinen Räume werden dann gemeinsam genutzt und führen zwangsweise zur Begegnung untereinander. Die täglichen Routinen und auch die erfreulichen Feiern oder Ausfahrten kann man dann schön gemeinsam tun.

Günstig ist es, wenn ein WG-Moderator von außen hilft, das System “am Laufen” zu halten. So können Streit um lächerliche Differenzen vermieden werden. Das kostet aber auch Geld, ist aber gut angelegt. Die teuren Dinge, die ein Einzelner kaum mehr bezahlen kann, werden dann gemeinsam finanziert: Moderator, tägliche Reinigung der Sanitärobjekte, Grobputzdienst, Hausnotruf, Strassenreinigung und Winterdienst, Haus-und Hofreinigungen und Gartenpflege, Fahrdienste oder eigenes WG-Kfz, evtl. hauswirtschaftliche Hilfe für die Essenszubereitung. Die Liste ist sicher nicht vollständig.

Schön ist dabei, dass diejenigen WG-Mitbewohner, die körperlich und geistig noch aktiv sind, einen Teil der Aufgaben selbst erledigen, quasi ehrenamtlich für diejenigen, die es nicht mehr können. Man hat dann also seine private Nachbarschaftshilfe organisiert. Das gemeinsame Tun und Machen ist die Triebfeder für alle, möglichst lange fit zu bleiben. Eine Minimalgröße einer Senioren-WG sind vier Personen, damit sich die Talente etwas ausgleichen können. Besser wären 2-4 mehr, also 6-8 Personen unter einem Dach. Da wird es preiswerter.

Voraussetzung ist das Vorhandensein einer geeigneten Immobilie, die auch weitgehend barrierefrei nutzbar sein sollte. Sie wir dann von den Bewohnern selbst möbiliert und in Ordnung gehalten, ganz wie es bei klassischen Mieterfamilien auch nötig ist.
In den Ballungszentren wird dies schon reichlich genutzt, wenn auch nicht so viel, wie es sinnvoll wäre.

Wie kommt man an eine solche WG? Man kann in der örtlichen Presse entsprechend annoncieren, sucht damit gleich Gesinnte für das Vorhaben. Es gibt auch eine Internetplattform : http://www.pluswgs.de/ , wo nach Bundesländern sortiert, die Angebote und Nachfragen aufgeführt sind. Die persönliche Schiene ist sicher die bessere, d.h. herumfragen.

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