09. März 2011

Wie können Senioren wohnen? Heute: Die WG

Am besten wäre es, in einem Haus mit Rundumversorgung, Verwandtschaftsanwesenheit und absoluter Unabhängigkeit zu wohnen, wenn dann mal die alten schwächeren Zeiten anbrechen. Oder?

Aber seien wir ehrlich, gute Alternativen gibt es auch sonst noch. In den USA gibt es richtige Seniorendörfer, oder – wie man dort zu sagen pflegt: Seniorenresorts – aber nicht für wirklich Jedermann. Dieser Hinweis ergab sich aus einer Twitteranmerkung, die ich mal hier verlinke: http://www.dewia.de/wordpress/2011/03/

seniorendorfer-die-losung-fur-den-demographischen-wandel/.
Aber sicher gibt es auch noch andere Varianten, seine alten Tage sicher zu verbringen. Nur – , man muss sich rechtzeitig danach umtun und erkundigen oder sich in Haus und Hof organisieren. Da gilt es Vieles zu bedenken. Meint man, dass es bis zum Lebensende innerhalb der eigenen vier Wände geht, müssen aber auch alle Faktoren bedacht werden, die dies ermöglichen können: Wohnungslage und Möglichkeit des barrierearmen Hinausgehens auf die Strasse, Barrierefreiheit des Sanitärbereiches, Versorgung durch Nachbarn, Angehörige und Mitbewohner und vieles andere mehr. Und letztlich muss man wissen, dass alle Hilfeleistungen irgendwie richtig Geld kosten werden. Mit Trinkgeldern kann man allenfalls die Kosten für die sogen. kleinen Hilfen abdecken. Will man aber regelmäßig entlastet werden, sei es im Haushalt oder bei den Transporten, geht das nur mit viel Finanzeinsatz. Wohl dem der eine gute Rente hat oder sein Gespartes dann auch einsetzen will.

Kehrt die Pflegebedürftigkeit dennoch vor der Zeit ins Haus ein, dann sollte man für sich ein Konzept im Kopf haben -, oder es schriftlich niederlegen, wie man das bewältigen würde. Feste Verträge mit Pflegedienstleistern sind dann sinnvoll, aber erst, wenn die Pflege wirklich ansteht. Dann läßt man sich einen Kostenvoranschlag für die verlangten Leistungen machen und vergleicht die Summen, aber auch die agierenden Menschen vor Ort. Nicht alles, was erst preiswert erscheint, ist auch gut genug für einen selbst.

Ein schöner Ausweg ist der Einzug in eine Senioren Wohngemeinschaft (WG). Die Alt-Sechziger kennen das noch aus den Studentenzeiten. Das verlangt erst mal eine Menge Basisorganisation und das Schaffen eines akzeptierten Regelwerkes für das Zusammenleben unter einem Dach. Da alle Bewohner schon eine lange Lebensbiografie haben, ist das nicht unbedingt einfach.

Grundprinzip der WG ist, dass jeder Einzelne auch einen persönlichen Rückzugsraum für sich hat. Der muss nicht gross sein, aber er muss den Bewohner für seine Rückzugsstunden zufrieden stellen. Die allgemeinen Räume werden dann gemeinsam genutzt und führen zwangsweise zur Begegnung untereinander. Die täglichen Routinen und auch die erfreulichen Feiern oder Ausfahrten kann man dann schön gemeinsam tun.

Günstig ist es, wenn ein WG-Moderator von außen hilft, das System “am Laufen” zu halten. So können Streit um lächerliche Differenzen vermieden werden. Das kostet aber auch Geld, ist aber gut angelegt. Die teuren Dinge, die ein Einzelner kaum mehr bezahlen kann, werden dann gemeinsam finanziert: Moderator, tägliche Reinigung der Sanitärobjekte, Grobputzdienst, Hausnotruf, Strassenreinigung und Winterdienst, Haus-und Hofreinigungen und Gartenpflege, Fahrdienste oder eigenes WG-Kfz, evtl. hauswirtschaftliche Hilfe für die Essenszubereitung. Die Liste ist sicher nicht vollständig.

Schön ist dabei, dass diejenigen WG-Mitbewohner, die körperlich und geistig noch aktiv sind, einen Teil der Aufgaben selbst erledigen, quasi ehrenamtlich für diejenigen, die es nicht mehr können. Man hat dann also seine private Nachbarschaftshilfe organisiert. Das gemeinsame Tun und Machen ist die Triebfeder für alle, möglichst lange fit zu bleiben. Eine Minimalgröße einer Senioren-WG sind vier Personen, damit sich die Talente etwas ausgleichen können. Besser wären 2-4 mehr, also 6-8 Personen unter einem Dach. Da wird es preiswerter.

Voraussetzung ist das Vorhandensein einer geeigneten Immobilie, die auch weitgehend barrierefrei nutzbar sein sollte. Sie wir dann von den Bewohnern selbst möbiliert und in Ordnung gehalten, ganz wie es bei klassischen Mieterfamilien auch nötig ist.
In den Ballungszentren wird dies schon reichlich genutzt, wenn auch nicht so viel, wie es sinnvoll wäre.

Wie kommt man an eine solche WG? Man kann in der örtlichen Presse entsprechend annoncieren, sucht damit gleich Gesinnte für das Vorhaben. Es gibt auch eine Internetplattform : http://www.pluswgs.de/ , wo nach Bundesländern sortiert, die Angebote und Nachfragen aufgeführt sind. Die persönliche Schiene ist sicher die bessere, d.h. herumfragen.

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Dieser Artikel hat derzeit 1 Kommentar.


  1. Gregor sagt:
    16. März 2011 um 19:17

    Danke für den Link und den interessanten Beitrag!

    Beste Grüße

    Gregor Kloeters

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