29. Mai 2011

Behindertengleichstellungsgesetz – Fiktion und Wirklichkeit

Blinde, Lahme, Taube haben alle eines gemeinsam: sie sind behindert. Das ist per se schon schlimm genug. Dann gibt es die Feiertagsbekenntnisse der Politik, die dann für Hessen sogar ein Behindertengleichstellungsgesetz erlassen haben. Aber: es kümmert sich kaum eine Verwaltung um dessen Umsetzung. Blankes Unwissen ist es nicht, man mauert einfach, da das Thema sowohl unbequem, arbeitsreich und teuer umsetzbar ist.
Blinde brauchen Verkehrsampeln, die Tonsignale geben. Taube brauchen Gebärdensprachenübersetzer für öffentiche Ansprachen und Videobotschaften. Die Nachrichtensprecher sollten ihre Texte entweder als Untertitel oder mittels Gebärdendolmetscher im Bild eingeblendet verdeutlicht bekommen. Regierungspodcasts bedürfen solcher Dinge ebenso. Die PCs im öffentlichen Bereich, die Fahrkartenautomaten und sonstige allgemeinen nützlichen Maschinen müssen für Blinde und Taube gleicherweisen barrierefrei gemacht werden.
Im Twitter fand ich von der Gehörlosen @EinAugenschmaus eine öffentlich freigegebne Blogstelle, die einem zu Denken geben sollte. Hier der Link:
http://meinaugenschmaus.blogspot.com/2011/05/brandbrief-die-bundesregierung.html#comment-form
Unser Lauterbacher Beauftragter für das Projekt  “Barrierefreies Lauterbach” kann dazu auch einige Anmerkungen machen. Man hat in Lauterbach offene Ohren für allerlei Umsetzungen, aber von der barrierefreien Stadt Lauterbach sind wir noch weit entfernt. Viele Verkehrsampeln harren der Tonsignale. Die öffentlichen Veranstaltungen werden auch nicht mit Gebärdendolmetschern versorgt. Das Kopfsteipflaster huldigt dem Denkmalschutz, aber nicht der Sicherheit der Behinderten.  Der Seniorenbeirat hat mal exemplarisch bei einer öffentlichen Weiterbildungsveranstaltung im vergangenen Herbst eine Gebärdendolmetscherin engagiert  und dafür seine Seniorenmittel bereit gestellt. Damit konnten ca. 10 Taubstumme oder Gehörlose an der Thematik  teilhaben.

0 Kommentare
24. Mai 2011

Seniorenfahrt für Lauterbachs “Graue”! Teilnehmer gesucht!

Dieses Jahr wollte der Seniorenbeirat ursprünglich keine Seniorenfahrt veranstalten. Die Tagesfahrten der vergangenen Jahre wurde immer schlechter gebucht, sodaß letztendlich die Frage im Raum stand, ob es noch sinnvoll ist. In den Ortsteilen veranstalten die Seniorenclubs allerlei Formationen eigene Fahrten mit denjenigen, die sich so kennen und oft miteinander unterwegs sind.

Die Bürger der Kernstadt Lauterbach nehmen leider immer weniger an solchen Fahrten teil. Die Ursachen sind sicher vielfältig. Die Nachbarschaft begrenzt sich nur auf wenige Familien, eine echtes Quartierleben gibt es nicht. Das individuelle Reisen ist allgemein beliebter.

Dennoch versucht der Ausschuss des Seniorenbeirates jetzt noch einmal, eine solche Tagesfahrt am 15.7.2011 durchzuführen. Es soll mit dem Bus nach Offenbach gehen, von dort dann nach Seligenstadt (a.Main) mit dem Fahrgastschiff Frankonia. Auf der Fahrt gibt es eine schönes, traditionelles Mittagessen.

http://www.seligenstadt.de/index.phtml?mNavID=1803.2

Nach einer Basilikaführung in Seligenstadt geht es weiter mit dem Schiff nach Aschaffenburg. Auf diesem Abschnitt wird auf dem Schiff Kaffee und Kuchen gegeben und eine Tombola verlost.

Alles wird etwa 40.- Euro kosten. Dazu müssen sich aber insgesamt mindestens 100 Mitfahrer einfinden.

Der Haken dabei wird sein, dass bis zum Anmeldeschluss im Juni genug Bürger bereit sein müssen, dass alles stattfindet. Falls es schief geht, wird der Fahrpreis zurück erstattet.  Für sozial schwache Personen hat sich dank der Mittelzusage der Manteuffel-Stiftung eine gute Lösung ergeben, dass sie nicht den vollen Preis bezahlen müssen.

.

0 Kommentare
16. Mai 2011

Seniorenbeirat auf Kreisebene – Brauchen wir das?

Der Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und den Freien Wählern im Vogelsbergkreis sieht vor, einen Seniorenbeirat auf Kreisebene einzurichten (siehe Lauterbacher Anzeiger vom 16.05.2011).

In den Städten und Gemeinden im Vogelsberg bestehen seit Jahren Seniorenbeiräte, die sich unterschiedlich gebildet haben und auch unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Dies reicht von Seniorenbeiräten, die Nachmittage und Fahrten organisieren bis hin zu politisch integrierten Beiräten, die ein Antrags- und Rederecht in den Sitzungen des Parlamentes besitzen. Dies ist z.B. in der Kreisstadt Lauterbach der Fall.

Einen Seniorenbeirat auf Kreisebene, der sich regelmäßig trifft, Kosten verursacht und ansonsten lediglich bei Veranstaltungen und in Sonntagsreden präsent ist, brauchen wir sicherlich nicht.
Wollen die Verantwortlichen einen engagierten und wirkungsvollen Seniorenbeirat, so müssen sie ihm auch politische Rechte und Pflichten einräumen.

In Baden-Württemberg wird die Koalition von SPD und Bündnis 90/Die Grünen den Posten eines Staatsrates /-rätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung einrichten mit Sitz und Stimme im Landeskabinett.
Die Financial Times Deutschland schreibt in einem Kommentar am 12.05.2011 dazu:
„Zwar singt die Politik seit vielen Jahren das Hohelied des bürgerschaftlichen Engagement und der Zivilgesellschaft. … Der Versuch, freiwillig erbrachte Leistungen als Substitut für den sich zurückziehenden Sozialstaat zu instrumentalisieren, führt jedoch in die Irre. Engagierte lassen sich auf Dauer nicht als Lückenbüßer missbrauchen….Umso mehr lautet die Erfolgsformel für ein funktionierendes Gemeinwesen:  Kooperation, nicht Substitut.
Die zukünftigen Aufgaben wie Bildung und Integration, demografischer Wandel und Überwindung der sozialen Spaltung werden sich ohne Einbeziehung der Bürgergesellschaft kaum meistern lassen.

Daher sollte überlegt werden, ob nicht statt eines Seniorenbeirates ein weitergehender Beirat mit entsprechenden Kompetenzen gebildet werden sollte. Dieser „Bürgerbeirat“ berücksichtigt selbstverständlich die Belange der Senioren aber auch aller anderen jüngeren Bürger unserer Gesellschaft.

Michael Duschka, Lauterbach, 16.05.2011

3 Kommentare
05. Mai 2011

Vandalismus an der Eichbergschule in Lauterbach

„Selbst die Spielhäuschen für die Schüler sind zerstört worden“

Der Schulleiter und der Hausmeister der Eichbergschule berichten im Lauterbacher Anzeiger vom 5. Mai 2011 über Beschädigungen, Zerstörungen, Schmutz, Urin und Glasscherben auf dem Schulgelände. Diese Problematik ist den Verantwortlichen seit Jahren bekannt.

Auch ist allgemein anerkannt, dass man Jugendliche nicht von Plätzen und Straßen lediglich verdrängen sollte; sie benötigen Aufenthaltsorte, an denen sie sich treffen und unterhalten können, ohne dass eine ständige Kontrolle von Erwachsenen erfolgt. Allerdings sollten bestimmte Regeln eingehalten werden.

Dazu sagt der Schulleiter: „Eine erhebliche Verschlimmerung ist eingetreten, seit es den freiwilligen Polizeidienst nicht mehr gibt.“ Dieser hatte ein persönliches Verhältnis zu den Jugendlichen aufgebaut.

Der Freiwillige Polizeidienst ist Ende 2010 eingestellt worden. Als Begründung wurden die Kosten genannt, da es sich um freiwillige Ausgaben der Kommune handelt.

Der Freiwillige Polizeidienst bestand aus Bürgern und Bürgerinnen, die sich ausbilden liessen und ehrenamtlich durch ihre Präsenz in Uniform und durch Gespräche die öffentliche Sicherheit in Lauterbach verbessern sollten. Als Aufwandsentschädigung wurden 7,-Euro pro Stunde bezahlt, höchstens 20 Stunden im Monat waren vorgesehen, d.h. maximal 140 ,- Euro im Monat.

Trotz Hinweises auch auf die Situation an der Eichbergschule, trotz des Bedürfnisses insbesondere der Senioren nach mehr Sicherheit, wurde der Freiwillige Polizeidienst in Lauterbach eingestellt.

7 Kommentare