Im neuesten Deutschen Ärzteblatt (Heft 4/2012) findet sich ein überraschend interessanter, wissenschaftlich fundierter Artikel über die Rolle der Phosphorsalze (Phosphate) in der Nahrung und den Zusammenhang mit dem Phänomen des Alterns.
Man hat erst bei Mäusen, aber auch dann bei Menschen festgestellt, dass bestimmte Nahrungsmittel, die Phosphate in anorganischer Form vermehrt enthalten, bei häufigem Konsum zu Nierenstörungen, Arterienverkalkungen und vorzeitiger Osteoporose, also den biologischen Zeichen des Alterns, führen.
Es ist noch nicht so sehr lange her, als man entdeckte, dass die Regulierung des Phosphatspiegels im Blut an ein hochkomplexes Hormon-Enzym-Regulations-System gebunden ist. Noch ist unklar, ob es erbliche Faktoren für Störungen in diesem System gibt. Man weiß jetzt jedenfalls, dass Blut-Phosphaterhöhungen zu einer Umwandlung von Zellen in der Blutgefäßinnenwand führen und damit zur Verkalkung derselben. Sicher ist auch, dass Menschen aus Bevölkerungsschichten, die sehr viel Fast-Food in ihrer Nahrung zu sich nehmen, vermehrt hochnormale Phosphatspiegel im Blut haben und gleichzeitig eine massiv höhere Anfälligkeit für eigentlich altersbedingte Arterienverkalkungen und Nierenschäden.
Man schließt daraus, dass der gewohnheitsmäßige Konsum entsprechender Nahrungsmittel zur ausgesprochen nachteiligen Folgen bei allen Menschen führen würde. Die frühere Sterblichkeit und das vorzeitige Einsetzen der Alterungsprozesse im Gefäßsystem sind die Folge.
Massive Phosphatzusätze finden sich in Wurst- und Fischkonserven, und sie werden meist als Konservierungsmittel, Stabilisatoren, Säureregulatoren, Emulgatoren oder Geschmacksverstärker eingesetzt. Getränke der Cola-Gruppe haben den Tagesbedarf eines Menschen an Phosphat schon in einem Liter! Da fehlt noch ein Fast-Food-Burger oder Fritten mit Majo, dann noch ein paar Erdnussflips oder Nachos dazu, und schon ist man fast „vergiftet“. Fast alle Fertignahrung, ob gefroren oder nicht, spezielle Backmischungen für Brote und Gebäcke, Schmelzkäsezubereitungen und Schimmelkäsevarianten haben sehr hohe Phosphatgehalte. Alle Phosphatvarianten sind in der EU zugelassen, werden auch in ihrer Art deklariert (E 339, E340, E341, E450, E451, E 452), aber nicht in ihrer Menge im Nahrungsmittel. Auch Milchnahrung hat Phosphate, aber diese sind als organische Verbindungen vorhanden und somit im Darm schlecht aufnehmbar. Die anorganischen werden ohne Hindernisse direkt in Blut übernommen. Man sollte auch nicht glauben, dass vegetarische Ernährung besser sei. Nein, ein sogenannter vegetarischer Brotaufstrich ist eine Phosphatorgie an sich! Die Schmelzkäse-Ecke aber ist der Spitzenreiter in der Phophatskala. Eigentlich ein entbehrliches Nahrungsmittel, oder?
Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sind massiv betroffen und wissen meist, was sie nicht essen dürfen. Aber diejenigen, die von ihrer evtl. schon leicht eingeschränkten Nierenfunktion nichts wissen können, sind besonders in Gefahr, schnell Probleme zu bekommen. Häufig sind die älteren Menschen, bei denen naturgemäß die Nieren nicht mehr optimal funktionieren. Bei dem massiven Ansteigen des Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung wird dies einmal ein wichtiges Diskussionsthema werden. Phosphatarme Diät wird der zuckerfreien Diät mal den Rang ablaufen können. Beide zusammen kombiniert, könnten ältere Bürger etwas besser alt werden lassen.
Machen Wurst und Cola-Getränke schneller alt ?
Überleben im Vogelsberg
Der Arbeitskreis Neues Wohnen des Bürgernetzwerks Vogelsberg 2020 befasste sich in der letzten Sitzung mit den Aussagen zu der Studie über die Zukunft der Gemeinden im Vogelsberg.
Bisher diskutierte der Arbeitskreis bereits Möglichkeiten und gab Anregungen, wie man auch bei schrumpfenden Einwohnerzahlen und fehlender Infrastruktur selbstbestimmt sogar im hohen Alter in der gewohnten Umgebung leben kann.
Die Themen reichten vom Mehrgenerationenwohnen, kommunikativen Treffpunkten, gemeinschaftlichem oder betreutem Wohnen, Verbesserungen der Wohnsituation insbesondre in Hinblick auf Barrierefreiheit, Sicherung des Wohnumfeldes aus kommunaler Sicht, Beratung, Hilfen aus einer Hand bis hin zum Wohnen im Quartier unter Einbindung einer stationären Einrichtung wie z.B. des Sozialzentrums der AWO, so Michael Duschka.
Die schrumpfenden Zahlen im Vogelsberg sind gleichzeitig verbunden mit einem Anstieg der Zahl der Älteren und damit auch der Pflegebedürftigen. Es werden zukünftig mehr Menschen im Vogelsberg leben, deren Alltagskompetenz eingeschränkt ist.
Da aber die Zahl der erforderlichen Pflegekräfte auch aus finanziellen Gründen nicht parallel steigen wird, sind wir vermehrt auf gegenseitige Hilfe angewiesen.
Die Bundesregierung hat bereits angekündigt, dass ehrenamtlich Tätige und Selbtsthilfeorganisationen, die Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz unterstützen, finanziell gefördert werden sollen. Entsprechende Gesetzesänderungen bestehen bereits im Sozialgesetzbuch XI. Auch die Einrichtung von privaten Pflegegruppen für dement Kranke wird konkret gefördert.
Hier sind die Kommunen gefordert. So könnten Dorfgemeinschaftshäuser, die nicht mehr ausreichend genutzt und nicht mehr finanziert werden können, z.B. privaten Pflegegruppen zur Verfügung gestellt werden.
Aber auch die Verbände wie z.B. das Diakonische Werk könnten überlegen, ob es sinnvoll ist, teure Mietobjekte in den Großstädten zu finanzieren, obwohl im Vogelsberg zwischenzeitlich Immobilien leer stehen und kaum noch zu verkaufen sind.
Michael Duschka überlegt, das z.B. das Diakonische Werk in Frankfurt 400 dement Erkrankte in kleinen Wohngruppen betreut. Wenn nur die Hälfte dieser Menschen in 20 Dörfern des Vogelsbergkreises in Pflegegruppen von 10 Personen beheimatet würden, wäre das ein Gewinn für alle.
Lautertals Bürgermeister Heiko Stock, der für Modellrechnungen die Daten seiner Gemeinde zur Verfügung gestellt hat, formuliert es bei der Vorstellung der Studie so: es ist an der Zeit nicht nur zu reden, sondern zu handeln!
Die Teilnehmer des Arbeitskreises sind erfreut, dass der Landkreis mit dem Aktionsprogramm „Regionale Daseinsvorsorge“ den richtigen Weg beschritten hat. Das Bürgernetzwerk Vogelsberg wird als regionaler Akteur seine Gedanken dort mit einbringen.
Michael Duschka
Mittelhessen-Blog – ein Identitätsstifter unserer Region!
Heute hatte ich ein langes Gespräch mit dem Blog-Journalisten des Mittelhessen-Blogs, Christoph Georg Baron von Gallera. Ich denke, unsere Blogleser können ruhig mal dort schauen, was es da so gibt. Die freie Journalisten-Crew läßt manche Hintergrundsinformation offen liegen und wartet auf Kommentare. Auch Lauterbach gehört zu Mittelhessen, der Raum Gießen-Wetzlar liegt quasi vor der Tür.
Hier mal eine kleine Kostprobe als Link:
Wulff-Affäre: Der Gießener Kabarettist Matthias Beltz hätte seine Freude gehabt: Die SchauWuDe in Berlin…..
2012 – Das Jahr der Feiern in Lauterbach – 1200 Jahre
Zunächst mal allen Lesern zusammen ein gutes Neues Jahr 2012. Mögen sich die persönlichen Wünsche und Hoffnungen erfüllen.
Lauterbach feiert sein Stadtjubiläum, seit seiner Ersterwähnung sind 1200 Jahre vergangen. Eine lange und bewegte Zeit. Wenn man denkt, wie klein unser Heimatort einmal war, wie die kleinen Siedlungen um es herum von der selbständigen Aktivität dann in die Gesamtstadt eingegangen sind, dann wird einem klar, wie sich Gesellschaft und das Leben miteinander geändert haben.
Schön wäre es, wenn die Feiern diesen Gesichtspunkt der sozio-kulturellen Wandlung im Verlaufe der Jahrhunderte irgendwie darstellen könnten. Schwerpunkt könnte dabei das Arbeitsleben sein, wie es vom Handwerk zur Fabrikation und dann zur Automation kam. Die Menschen in diesem Prozess waren jeweils tief betroffen von den Änderungen. Auch eine Zusammenfassung der öffentlichen Mitteilungsorgane wäre toll: Dorfausrufer – Stadtbläser/wächter – Kirchenbekanntmachungen – Plakatkleber – Zeitungsmacher – Annoncenstile – Städtische Bekanntmachungen – Telefon – Rundfunk – Fernsehen – Werbung – neue Medien – usw. .
Aber für all diese Umsetzungen der Ideen braucht es Fachleute und noch mehr Helfer. Im Museum sind ja viele Dinge ausgestellt, aber nicht zusammenfassend und mit jedermann verständlichem Kontext. Ob unsere Gegend Menschen beherbergt, die ihren Sachverstand in den Dienst der allgemeinen Sache stellen können und wollen, weiß ich leider auch nicht. Vielleicht können diese Zeilen helfen, Interesse bei diesem Personenkreis zu wecken.
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